2005 fanden sich bereits die ersten Blogger bei Fashions Weeks ein, die mehr ein Anhängsel, als Meinungsbildner waren – oder besser als solche behandelt wurden. Doch das sollte sich ändern, denn bald nahm die erst 13 jährige Bloggerin Tavi in der ersten Reihe der größten Fashion Weeks Platz.
Der Siegeszug der Fashion Blogger ist eigentlich ein Beispiel für die Entwicklung von Social Media in sämtlichen Branchen, denn durch den Wandel der Social Media Kommunikation wurden “einfache” Blog Authoren zur Referenz einer neuen Generation.
Bloggen ist eine Wissenschaft
Am Beginn stand die mühsame Anfangsphase: eine Blogstrategie festlegen, Leser finden… mit der Zeit wurde der Blog zu einer Informationsquelle, der man mehr vertraute, als den klassischen Informationskanälen: sie wurden gelesen, weil sie eine Meinung hatten und Content nach ihren Belieben kuratierten (Curatorship). Durch die Nähe zwischen den Bloggern und den Lesern wurde mit der Zeit ein gewisses Vertrauen aufgebaut, das die Blogs zu verlässlichen Quellen werden ließ.
So war es eigentlich nur logisch, dass die Blogger auf Fashion Shows Einzug fanden und das Establishment vor neue Herausforderungen stellten: Content in no time, No Gate Keeper, User generated Content, Humanizing brands, Communities. Ob man den Einfluss der Blogger nun in 5 oder 10 Punkten zusammenfasst ist irrelevant: sie sorgten für den Trend, den man pointiert auch Nowism nennt.
Werbung kostet Geld, auch auf einem Blog
Die Werbung wollte auch ihr Stück vom Kuchen und so ergaben sich die ersten Kooperationen von Bloggern mit Marken. Doch wenn wir einen Blick auf die Blogosphäre in Österreich werfen, sind wir weit davon entfernt, einen professionellen Ansprechpartner auf der Markenseite vorzufinden. “Es passiert mir immer noch oft genug, dass Brands, oder auch PR-Agenturen ungeschickt auf Blogger zukommen“, meint Maria von Stylekingdom.com. “Der Grat zwischen frech und unangemessen ist ein schmaler und es geht meistens darum in einer pseudo-jugendlichen Art mich von einem Produkt überzeugen zu wollen. Wenn man sich dann versucht auf eine Ebene zu stellen und mit einem Mediakit winkt, stößt man oft auf Unverständnis.”
Es scheint am Social Media Verständnis der Firmen zu liegen, da man einen Blog als Spielplatz einer Person sieht, die ohne Plan und zufällig viele Leser hat und dafür eigentlich nichts leistet. Die Frage “Wo woar mei Leistung” müssen sich Blogger eigentlich nicht gefallen lassen, denn “für Werbeleistungen als Blogger Geld zu verlangen, sollte so selbstverständlich sein, wie für jedes andere Medium. Da braucht (…) man auch den Mut, wenn man auf weiter Flur alleine dasteht” bringt es Maria auf den Punkt.
Auch wenn es noch nicht so viele relevante Blogs in Österreich gibt, lassen einzelnen Projekte das Blogger Herz lächeln: Blogger Corner im DISTRICT 1.
Eine sehr spannende Idee beginnt sich gerade in Deutschland zu entfalten: dort haben Automobil Blogger eine Facebook Gruppe initiiert, die “explizit die Möglichkeiten zum offenen Dialog zwischen Auto-Bloggern, Auto-Onlinern, Online-Publishern und Vertretern der Automobil-Industrie ermöglichen” soll (danke Petra für den Tip) – Kommunikation auf Augenhöhe.
Blogs sind in Social-Media-entwickelten Ländern zu fixen Partnern der Marketing- und Kommunikationsbranche geworden. In good old Austria wird es allerdings noch ein Weilchen dauern…
Mehr zur österreichischen Blogosphäre beim morgigen TEDxVienna Salon Event: Notorious Fashion Minds.










