Power of the People: Kony 2012

Best Practice Kampagne für die Menschheit

KONY2012 ist in aller Munde, und was am 5. März gestartet wurde, stellt schon jetzt einen der wichtigsten Meilensteine für das Jahr 2012 – insbesondere für Social Media – dar.

 

Doch von Anfang an: am Montag startete das Seeding für eine bereits lange angekündigte Doku über Joseph Kony, der ausgehend von Uganda tausende Kinder entführt und zu Kindersoldaten und Prostituierten gemacht hat. (hier die KurzDoku)

Innerhalb von 4 Tagen hat die Doku unglaubliche 32,7 Millionen Views (Vimeo 11,6, Youtube 21,1 and counting) erzielt. Gestern hat es die Blogosphere/Facebook und Twitter in Europa erreicht und verbreitet/e sich wie ein Lauffeuer – die Facebook Timeline war gestern beinahe so voll wie beim ProtestVideo der ORF Redakteure.

 

Neben einer riesen Euphorie kommen allerdings zahlreiche Kritiker auf den Plan, die sich gegen Kony aussprechen, und die Organisation Invisible Children hinter der Kampagne scharf kritisieren: BoingBoing, DailyWhat, Washington PostVice… Der gewichtigste Vorwurf lautet finanzielle Undurchsichtigkeit und eine damit einhergehende Planlosigkeit, wie man Kony und seine “Befreiungsarmee” stoppen möchte. Invisible Children antwortete auf die Kritik, aber es scheint, als ob “haters gonna hate” auch diesmal zutrifft.

 

Bereits nach 5 Tagen eine tief gehende Analyse anzustellen ist etwas verfrüht, doch es lassen sich bereits die Eckpunkte erkennen, wieso das Video so erfolgreich wurde und die Strategie der Invisible Children voll aufgegangen ist.

 

Wecke den schlafenden Riesen?

Was viele Wissenschaftler wieder und wieder kritisieren, ist die mangelnde Bereitschaft der jungen Generation, sich einzubringen; ihr großer Unmut, mit der aktuellen Situation und dem politischen System.

 

‘Generation Me’ den Spiegel vorhalten

Das Video ist perfekt: Emotionalisierung, Schnitt, Storytelling… und dann die gesamte Kommunikationsstrategie der Kampagne! Es wird uns allen ein Spiegel vorgehalten, wie die junge Generation funktioniert, auf welche Anreize sie reagiert. Diese Generation Me, die eigentlich zu keinem tiefgehendem Diskurs in der Lage ist, sich von einem Hipe zu anderen schwingt und Entscheidungen/Bindungen wie Vampire das Licht scheut.

Da liegt das Rezept der Mobilisierung vor uns, in Videoform: Marketer, Politiker, Berater und Spin-Doctor freut euch, denn eine weltweite Awareness Kampagne in dieser Dimension hat es noch nie gegeben: integrated communication deluxe!

 

Act local, think global – One Community

Aus der Gruppe von 3 Filmemachern, die zufällig auf die afrikanische Tragödie gestoßen sind, ist eine weltweite Bewegung geworden, die in wenigen Tagen Massen mobilisiert hat. Auch wenn sie nicht alle 100% gleich ticken, haben sie ein gemeinsames Ziel – was will ein Community Manager mehr, united we stand! Eine Marke wurde geschaffen, die am 20. April die Weltöffentlichkeit mit einem globalen Flashmob auf Kony aufmerksam machen wird.

 

Redefine Propaganda

Ein 29-minütiges Video soll viral gehen? Niemand hätte das am Sonntag für möglich gehalten. Noch dazu eine Message mit komplexen Hintergrund, die allerdings auf den einfachsten Nenner gebracht wurde – mache Kony bekannt. Das hat die Massen bewegt und zu der viralen Explosion geführt (das öffnet wiederum den Kritikern Tor und Tür, weil die Bewegung zu schwammig etc)

 

Nach dem arabischen Frühling scheint Kony 2012 als nächster Meilenstein in die Geschichte einzugehen, der beweist, dass die Macht bei den Leuten ist und sie ihr Schicksal in die eigenen Hände nehmen können.


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