Von 7. – 8. Juli hat das erste PRcamp in Österreich stattgefunden – in einer sehr coolen Location: Bene AG. Meiner Einschätzung nach, waren mehr “klassische” PRler als Social Media Manager dabei, was dem ganzen einen klassischen Touch gegeben hat. Danke an dieser Stelle für die Organisation: well done, folks!
Session: Kony 2012 – Complexity is killing my Audience

Bereits kurz nach der viralen Explosion von Kony 2012 habe ich mich immer wieder gefragt, ob es überhaupt möglich ist, komplexe Themen durch die klassische PR oder die neuen Medien zu verbreiten, wenn eigentlich sämtliche Werbespots auf unter 30 Sekunden gekürzt werden und der Facebook Generation kaum Interesse für tiefgreifende Themen attestiert wird.
So war klar, dass ich eine Session zum Thema “Kony 2012 – Complexity is killing my Audience” halten “musste”. Abgesehen von der durchaus berechtigten Kritik an der Organisation und den Personen hinter der NGO (Invisible Children), die Kony 2012 auf die Beine gestellt hat, sollte der Frage nachgegangen werden, ob man komplexe Themen nur durch Vereinfachung/Abstraktion vermitteln kann bzw. ob ein ähnliches Phänomen auch in Österreich möglich wäre.
Das Geheimnis von Kony 2012
Das Video ist perfekt gemacht – zum Nachlesen: Wir-Gefühl, Emotionalisierung, Feindbild und Vereinfachung/Abstraktion. Doch in der Diskussion wurde sehr schnell klar, dass ohne die breite offline Arbeit im Vorfeld ein derartiger Erfolg des Videos nicht möglich gewesen wäre. Doch waren die offline Aktivitäten wirklich so groß und weitläufig, wie sie im Video gezeigt wurden, warf Petra ein. Wahrscheinlich nicht, denn nicht nur in der Werbung muss man öfters mit einem Brennglas die kritische Masse vergrößern.
Nach ausgiebiger Diskussion über die Wirkung des Videos (Emotionalisierung) und das Aufgreifen des Themas durch die klassischen Medien, wurde die Frage aufgeworfen, ob in Österreich eine ähnliche Aktion mögliche wäre; Probleme gäbe es ja zur genüge. Wenn man bspw. das Thema Integration hernimmt, würde eine sachliche und gerechte Diskussion die vielen Initiativen, die bereits gute Arbeit leisten, in ein gutes Licht rücken. Neben der Tatsache, dass dieses Thema bereits “abgelutscht” und für viele unerträglich geworden ist, scheint die Österreichische Medien- und Institutionslandschaft noch nicht bereit dazu zu sein, wie Ali sehr wortgewandt meinte.
Österreich reif für Kony 2012
Der Fall Arigona ist allerdings in 2facher Weise ein Hinweis dafür, dass es doch möglich ist: vereinfacht kann man sagen, dass die Asylthematik eher mit Tschetschenen als mit einem gut integrierten Teenager verbunden wurde; die Kampagne für die Familie Zogaj hat das geändert, es gab ein Gesicht, nicht mehr den anonymen Asylanten. 2. haben sich klassischen Medien für das Anliegen einspannen lassen: also klassische Medien können es doch – wo ein Wille, da ein Weg?
Anhand des Beispiels Arigona Zogaj lässt sich allerdings eines feststellen – und damit muss ich Ali zustimmen und widersprechen – dass es Kony-artige Kampagnen sobald in Österreich nicht geben wird, außer man findet ein passendes Gesicht (Emotion, Storytelling…) und der betreffende Auftraggeber hat genügend Nerven, gegen den Strom zu schwimmen.
Zusätzlich wäre es auch an der Zeit, integrierte Kampagnen (Einsatz von klassischen und neuen Medien aufeinander abgestimmt) in Österreich zu forcieren.
Wie seht ihr das: wird es bald eine Kony 2012 Kampagne auf Österreichisch geben?








