ÖBB verpasst Social Media Zug

Kreatives Potential der User wird nicht ausgenützt

Bereits Anfang Juli haben die ÖBB die Preise erhöht und dabei die Vergünstigungen durch den Gruppentarif eingeschränkt:

 

“Bei der bisherigen Regelung wurde der Gesamtpreis auf eine gebuchte Strecke mit jedem Gruppenmitglied um einen fixierten Prozentsatz günstiger (ab 10 Personen etwa um 30 % gegenüber Einzeltickets)…
Die ÖBB begründen ihre Entscheidung mit “unfairer Nutzung”…
Individualreisende über soziale Medien verabredet, um sich am Abreisebahnhof zu treffen und ein günstigeres Gruppenticket zu besorgen…
entstandenen Umsatzentgang mit zwei Millionen Euro jährlich” soweit die Presseberichterstattung.

 

Agieren statt reagieren

Es ließt sich eigentlich wie ein Klassiker: das böse Facebook ist wieder einmal schuld, dass man Geld verliert. Anstatt den Spieß umzudrehen – weg vom Reagieren, wird das kreative Potential der User bestraft und “harte” Konsequenzen gezogen.

Wem Mitfahrbörse ein Begriff ist, wird nicht überrascht sein, dass ein paar schlaue Köpfe auf die Idee kommen, etwas Ähnliches für die ÖBB zu organisieren. Etwas genauer auf den Österreichischen Markt geblickt fällt auch sehr schnell auf, dass nur wenige seriöse und funktionierende Services vorhanden sind – eine Alternative schaffen?

 

Image Aufbessern, bitte!

In den vergangenen Monaten hat die ÖBB – hoffentlich nicht nur wegen der aufkommenden Konkurrenz – versucht ihr Image aufzupolieren: neben der täglichen Beschallung in den Medien ging die Werbung für das Sommerticket 2011 in die Hose, doch wurde es durch einen gut gemachten Flashmob wieder gut gemacht. Während der extremen Kältewelle in Europa griff die ÖBB die Idee eines #Lovestorms auf, und ließ Obdachlose bei eisigen Temperaturen in Bahnhöfen übernachten.

Doch das Abdrehen der GruppenTickets in ihrer alten Form gleicht beinahe Zensur: vielmehr hätte man sich der Tatsache bedienen können – siehe #Lovestorm, bei dem auch eine private Initiative ausschlaggebend war – um eine PR Aktion oder Marketing Kampagne zu starten.

 

Rail-Friend

Suche 5 Freunde und fahre mit ihnen sonst wohin (die Idee hat schon einen langen Bart und wurde schon so oft verwendet, aber ist gut genug für die ÖBB).

Das Ganze in eine App auf einer Facebook Seite verpackt, mit einem Werbemix promotet (etwas weniger die Sparschiene-Werbung bitte) und schon hätte man Internet-affine Reisende locker angesprochen, Image wieder ein paar Grad verbessert und keinen bitteren Beigeschmack hinterlassen.

Da kann sich die Konkurrenz wieder mal freuen, wobei die ja alles andere als mit Social Media begeistert.

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2 thoughts on “ÖBB verpasst Social Media Zug

  1. Leider kam es bei diesem Thema zu unterschiedlichsten Interpreationen. Angeblich wurde das MiniMax Ticket eingesellt, so war zu lesen, weil sich so viele Menschen in sozialen nNetzwerken verabredet hu00e4tten, um diesen Gruppenrabatt gemeinsam zu nnutzen. So ist dies aber einfach nicht richtig. Denn, das ist weder im ngrou00dfen Stil passiert, noch war es der Grund fu00fcr die Abschaffung. Den ganzen Beitrag gibt es unter : http://blog.oebb.at/2012/07/24/von-verabredungen-und-vorteilskarten/ zu lesen.

    • interessante Richtigstellung: danke dafu00fcr! Leider kann ich ja nicht beurteilen, wie “die Medien” zur “unterschiedlichsten Interpretationen” gekommen sind.u00a0Toll finde ich in jedem Fall, dass ihr eure Seite fu00fcr etwaige Gruppenabsprachen hergeben mu00f6chtet…

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